Schlagwort: Herz

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    Weggehen oder Dableiben


    Heute morgen bin ich mit einem noch tieferen Verständnis der absoluten Freiheit aufgewacht. Ausgangspunkt war meine Prämisse, dass wir alle hier sind, um Erfahrungen zu machen. Dieses Universum ist, wie jedes Universum, ein Experiment des Kosmischen Bewusstseins mit uns allen als seinen Agenten. Dann dachte ich erst, Erfahrungen auszuweichen durch Verdrängen oder Dissoziieren sei deshalb ein Fehler, bis mir klar wurde, dass ja auch Verdrängen und Dissoziieren zu (anderen) Erfahrungen führt. Damit sind wir dann wieder bei meiner Erkenntnis “man kann nicht nicht mitmachen”. Auch wer irgendwo weggeht, weil es ihr/ihm zu heftig wird, experimentiert in diesem Moment damit, was passiert, wenn sie oder er eben weggeht. Willkommen in unserer paradoxen Welt!

    Mich bestärkt das noch mal darin, Freiwilligkeit als Wert hochzuhalten. Ich schreibe niemandem vor (auch mir selber nicht als Innerer Anarchist), doch gefälligst an Erfahrungen dranzubleiben, jedes Gefühl gefälligst ganz durchzufühlen, jedes Trauma durchzuarbeiten. Ich werte nicht, befinde das Spannungen aushalten nicht für besser als vor ihnen zu fliehen oder sie zu ignorieren. Ich entscheide lediglich mich selbst höchstpersönlich dafür, dass ich das will: Die volle Verantwortung für alles was geschieht. Die Welle surfen. Schöpfer statt Opfer sein. Aus dem Prinzip der Einheit heraus leben. Mein ganzes Leben dem Lernen widmen, immer neugierig bleiben.


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    Die Ahnen stehen im Rücken


    Am Pfingstsonntag habe ich einen Haka-Workshop mit Heidi Baatz mitgemacht. Beim Haka geht es sehr um die Ahnen und darum, deren Kraft zu sich zu nehmen. Das kommt in diesem Video gut zum Ausdruck:

    Dazu gehört auch, sich zu bemalen. Ich sah z.B. so aus gestern:

    Mitten im Workshop wurde mir auf einmal klar, dass ich nur deshalb hier bin, weil alle meine Ahnen Nachkommen in die Welt gesetzt haben. Das habe ich bisher nicht getan. Kann ich deshalb selber kein Ahne werden? Was heisst das überhaupt, Ahne zu sein?
    Diese Frage kann ich so direkt im Moment nicht beantworten. Ich habe ein Bild dazu, das ich mit vielen Menschen teile: Die Ahnen stehen hinter mir & bilden so meine Ahnenreihe. Aus dieser Reihe können sie auch nicht ausscheren, egal wie sich zu Lebzeiten (oder danach) verhalten. Selbst wer sein Kind verstößt, bleibt dessen Ahne.
    In diesem Sinne habe ich Millionen Legionen hinter mir:


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    Man kann nicht nicht mitmachen


    Vorletztes Wochenende war ich mal wieder im ZEGG, beim Geld-Workshop für Männer bei Robert Heeß. Dabei ging es vor allem um das persönliche, emotionale Verhältnis zu Geld und auch um die persönliche Geld-Geschichte. Das Seminar bildet einen wichtigen Bestandteil meiner Reise ins Mysterium Geld.

    In der Anfangsrunde, wo jeder sagen sollte, was sein persönliches Anliegen im Seminar ist, betonte ich, wie wichtig die kollektive und systemische Dimension des Themas Geld ist. Ganz im Sinne von Charles Eisenstein sagte ich, wenn es hier nur um individuelles Reichtumsbewusstsein gehen soll, bin ich im falschen Seminar. Nach einigem Hin und Her konnte ich klarstellen, dass ich damit nicht meine, wir müssten nun über konkrete Änderungsvorschläge wie bedingungsloses Grundeinkommen oder Freigeld diskutieren, sondern die kollektive Dimension jeweils im Hinterkopf behalten. Mit dem Zitat von Volker Pispers “Im Kapitalismus kann jeder reich werden, aber eben nicht alle” bekräftigte ich, dass es gut und richtig ist, individuelle Glaubenssätze aufzudecken und zu transformieren. Damit sind wir aber nicht am Ende, sondern es geht danach und auch schon parallel dazu ebenfalls um Veränderungen im Geld- und Wirtschaftssystem.


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    Makellose Menschheit


    Vor knapp drei Jahren habe ich mich entschieden, den Weg der Makellosigkeit zu gehen. Der zentrale Aspekt dabei ist, um die eigene Sterblichkeit zu wissen. “Lass jede deiner Handlungen deine letzte Schlacht auf Erden sein”, rät Don Juan Castaneda. Und er sagt

    »Ich kenne weder Zweifel noch Reue. Alles, was ich tu, ist meine Entscheidung und meine Verantwortung. Die einfachste Sache, die ich tu, zum Beispiel dich in die Wüste mitnehmen, könnte sehr wohl meinen Tod bedeuten. Der Tod wartet auf mich. Darum habe ich keinen Platz für Zweifel oder Reue. Wenn ich als Folge dessen, daß ich dich mitnehme, sterben muß, dann muß ich eben sterben. Du hingegen glaubst, daß du unsterblich bist, und die Entscheidung eines Unsterblichen können bereut oder bezweifelt oder rückgängig gemacht werden. In einer Welt, wo der Tod der Jäger ist, mein Freund, da ist keine Zeit für Reue oder Zweifel. Da ist nur Zeit für Entscheidungen.«


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    Wetiko anpirschen


    Vor kurzem habe ich ein neues Wort gelernt, aus der Sprache der Cree bzw. der Algonkin: Wetiko oder auch Wendigo. Es beschreibt das Wirken der Megamaschine als eine Art geistiges Virus, ein Mem. Und es ist ein anderer Name für die Gedankenform, die ich nach der Lektüre von Christoph Türcke als “Schuld” bezeichnet hatte. Im Kern von Wetiko steckt die Illusion des Getrenntseins, von der ich hier schon viel geschrieben habe.

    Den ersten Kontakt mit diesem indianischen Konzept hatte ich durch den Artikel Seeing Wetiko: On Capitalism, Mind Viruses, and Antidotes for a World in Transition. Dieser wiederum bezieht sich auf ein Buch von Jack D. Forbes und Artikel sowie ein anderes Buch von Paul Levy. Die Autoren des Seeing Wetiko-Artikels betreiben auch eine gleichnamige Website.

    Im Artikel schreiben sie, dass der Kern, sozusagen die DNA des Wetiko-Virus, im “globalen Betriebsssystem” der Megamaschine verankert ist. Dazu gehört natürlich das Konzept des homo oeconomicus in der Mainstream-Wirtschaftstheorie. Vergleiche auch die Filme von Lutz Dammbeck oder von Adam Curtis. Die Autoren des Wetiko-Artikel prägen dafür das treffende Wort verteilter Faschismus (distributed fascism).


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    Heimat


    Am Wochenende gehe ich zur Strategiewerkstatt der Bewegungsstiftung, & einem spontanen Impuls folgend habe ich deshalb eben das Buch Webs of Power von Starhawk noch mal in die Hand genommen, das seit Jahren zur Hälfte gelesen in meinem Regal steht. Darin hat mich das Kapitel Our Place in Nature kalt erwischt (zu deutsch “Unser Platz in der Natur”). Schlagartig kam das Gefühl wieder, das ich schon im Beitrag Wir ziehen uns buchstäblich selbst den Boden unter den Füßen weg beschrieben hatte. Und mir fiel auch gleich dazu ein, wie Fabian Scheidler im 4. Kapitel von Das Ende der Megamaschine die aus traumatischem Erleben entspringenden apokalyptischen Vorstellungen beschreibt:

    Ist das Leben in einer intakten (nicht traumatisierten) Gemeinschaft bestimmt von wiederkehrenden Rhythmen und dem Wechsel der Generationen, in dem sich das Leben stets erneuert, so wird dieser Kreis durch traumatische Erfahrungen zerbrochen: Die Menschen sind nicht mehr in der Lage, sich als Teil eines sinnvollen und im Prinzip gutartigen überindividuellen Zusammenhangs zu sehen, sie sind dissoziiert, herausgerissen aus den Kreisläufen der Natur, der Gemeinschaft und des Kosmos. Alles, was ihnen bleibt, um der Verwüstung der Gegenwart etwas entgegenzusetzen, ist die Vision von einer Zukunft, in der alles anders wird, in der die gegenwärtige kaputte Welt durch eine ganz neue Welt ersetzt wird. Die Fixierung der westlichen Zivilisation auf die Zukunft, sei sie im Himmel oder auf Erden, hat ihren Ursprung in einer umfassenden kollektiven Traumatisierung, in der die Menschen aus allen Sinnzusammenhängen der Gegenwart herausgerissen wurden. […]


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    Auskunft der WASt über meine beiden Großväter


    Am 14. Februar habe ich die Auskunft der Deutschen Dienststelle (WASt) über meine beiden Großväter bekommen, fast zwei Jahre nachdem ich den Antrag gestellt hatte. Als ich den geöffneten Brief in der Hand hielt, kamen mir erst mal die Tränen. Das überraschte mich selber, weil er ja an sich erst mal nur trockene Daten enthält. Doch schnell wurde mir klar, dass damit dieser ominöse 2. Weltkrieg endgültig zu einem Teil meiner Familiengeschichte geworden ist. Meine Großväter haben mittendrin aktiv als Soldaten der Wehrmacht gekämpft. Den anderen, passiven Teil, dass meine gesamte Familie aus Ostpreußen vertrieben wurde, kannte ich schon sehr gut. Dieser aktive Teil ist jetzt greifbarer geworden.

    Die ersten drei Seiten des Schreibens habe ich mit geschwärzten Namen als WASt-Auskunft.pdf hochgeladen, damit ihr euch einen Eindruck machen könnt, wie so etwas aussehen kann. Als Nicht-Wehrmacht-Experten sagt einem das erst mal relativ wenig, bis auf vielleicht die Ortsnamen. In Białystok war ich z.B. kurz schon mal im Sommer 2014, als ich die Geburtsorte meiner Eltern das erste Mal besuchte.


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    Durch eine Massage ans Wesentliche erinnert


    Bei uns im Diamond Lotus läuft ja gerade der Kurs Tantramassage Level 1. Dafür wurden heute zusätzliche Männer für die Lingammassage gesucht, einer von diesen war ich.

    Dann begab es sich auch noch, dass ich von Gabriele massiert wurde, die nämlich den Kurs gerade mitmacht. Ich habe es sehr genossen & mich ganz in die Liebe begeben. Die Massage hat mich dann auch wieder daran erinnert, dass wir ja hier alle miteinander ein Spiel spielen. Wir spielen Missverständnisse. Wir spielen Beziehung, spielen Ich, Du & Wir. Wir spielen, dass wir unterschiedlichen Klassen angehören, & manchmal dann auch Klassenkampf. Wir spielen, dass wir einen Planeten zugrunde richten. Wir spielen links gegen rechts, Teufel gegen Gott, Islam gegen Christentum und Atheismus gegen beide. Wir spielen mit den bürgerlichen Kategorien “meins, deins”. Wir spielen mit Wahrheit, Lüge und Konstruktion. Wir spielen “Wolln wir Freunde sein?” Wir spielen miteinander Verstecken und Uns-Wiederfinden.


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    Die Rekultivierung unseres Lebens


    Den letzten Absatz aus Das Ende der Megamaschine kann ich erst jetzt so richtig würdigen. Er handelt von der Rekultivierung unseres Lebens:

    Die Frage nach der Technik führt in dieser Perspektive weit über technische Fragen hinaus. Es geht darum, unsere ökonomischen Praktiken und unsere sozialen Institutionen, die in den letzten Jahrhunderten aus ihren kulturellen Zusammenhängen herausgelöst wurden, zu rekultivieren. Das gesamte gesellschaftliche Leben als Kultur zu begreifen (und nicht nur den kleinen Bereich abendlicher Konzert- oder Theaterbesuche) bedeutet, Arbeit als eine kulturelle Handlung wiederzuentdecken, die nicht nur Dinge herstellt, sondern auch Beziehungen und Sinn stiftet; das heißt auch, Bildung als etwas zu begreifen, das die Entfaltung der ganzen Persönlichkeit zum Inhalt hat – und nicht die Reduktion des Menschen auf einen möglichst reibungslos funktionierenden Teil im Wirtschaftsgetriebe. Es gibt eigentlich keinen Bereich unseres Lebens, der eine Rekultivierung nicht bitter nötig hätte. Die Qualität der anderen Welten, die wir vielleicht schaffen können, wird sich nicht nur daran zeigen, ob sie ökologisch nachhaltig und sozial gerecht sind, sondern auch daran, welche Feste wir feiern und welche Lieder wir singen.


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    Selbstwichtigkeit verlieren


    Seit einigen Jahren bin ich dahin unterwegs, immer mehr meine Selbstwichtigkeit zu verlieren. So gebe ich z.B. inzwischen fast schon traditionell in den Schwitzhütten mit Bozi und Sabine in der Weggeberunde in der ein oder anderen Form meine Selbstwichtigkeit weg. Das gehört auch ganz wesentlich zur Makellosigkeit dazu. Nun habe ich gerade ein neues Castaneda-Buch gelesen (dazu in einem späteren Beitrag mehr), wo das Thema auch wieder prominent vorkommt.

    Just heute wurde mir diesbezüglich noch etwas klar. Schon länger war ich hin- & hergerissen, wie ich mich zu der Selbstwichtigkeit von anderen verhalten soll. Ein Standpunkt in mir dazu war, dass ich den anderen nicht helfe, wenn ich ihre Selbstwichtigkeit noch unterstütze. Dabei treibe ich damit nur verdeckt meine eigene Selbstwichtigkeit voran und halte mich insgeheim für besser als die anderen. Es geht schließlich um _Selbst_wichtigkeit. Deshalb sollte auch zuallererst ich selbst diese verlieren und nicht auf andere schauen. Und wenn ich im Angesicht der Selbstwichtigkeit von anderen meine eigene verliere, gebe ich damit ein Beispiel ab. Das ist das gleiche Prinzip wie beim gewaltfreien Widerstand.


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