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Wehret den Anfängen II
Schon vor einiger Zeit hatte ich mein Entsetzen darüber geäußert, dass die Linken seit Beginn der “Pandemie” fast geschlossen auf Regierungslinie sind.
Ungefähr genau so fassungslos bin ich, dass das bei den Nerds von Chaos Computer Club, Piraten, Digitalcourage, Netzpolitik.org & Co. ganz ähnlich aussieht. Dabei wird doch gerade im Eiltempo und global ein Überwachungs-Regime hochgezogen, dass George Orwell in seinem Grab rotiert. Vergleiche dazu z.B. die Website Wie soll es weitergehen?
Schon in meinem allerersten Corona-Beitrag hatte ich in einem Nachtrag Noah Yuval Harari in der NZZ zitiert. Der ist zwar total dem megatechnischen Pharo verfallen, warnte aber völlig zu Recht schon am 23.03.2020:
Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ermächtigte den Geheimdienst, Überwachungsinstrumente, die er gewöhnlich für den Kampf gegen Terroristen braucht, zum Tracken von Viruskranken zu verwenden. Als sich die zuständige Parlamentskommission weigerte, diese Massnahme zu bewilligen, rammte Netanyahu sie mit einem «Notstandserlass» durch. […]
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Warum ich immer noch ext4 als Dateisystem einsetze
Heute kommt mal wieder ein technischer Beitrag. Ich hatte die Eingebung, euch mal zu erläutern, warum ich im Jahre 2021 immer noch bevorzugt ext4 als Dateisystem unter Linux benutze.
Die Kurzversion lautet: Das liegt daran, dass ich inzwischen konservativ geworden bin. Im Fall der Dateisysteme gehen wir dabei mal wieder auf den Wortsinn zurück – mir kommt es in erster Linie darauf an, dass ein von mir verwendetes Dateisystem meine Daten möglichst gut konserviert.
Vor Jahren hatte Fefe mich im Jahr 2016 auf den Vortrag Filesystem Fuzzing with American Fuzzy Lop aufmerksam gemacht. Da hatten Leute von Oracle den Fuzzer American fuzzy lop auf Dateisysteme unter Linux losgelassen. LWN.net hatte das Vorgehen in einem Artikel skizziert.
Mich interessierte in erster Linie das Ergebnis, nämlich wie lange die unterschiedlichen Dateisysteme durchgehalten haben, bis der erste Bug auftrat:
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Ein Jahr Corona. Was hat es uns gebracht?
Im Grunde reicht es, wenn du dir zur Beantwortung der Frage nur dieses kurze Video von Michael Hatzius anschaust:
Die Zecken gehen darin auf den inzwischen zur Legende gewordenen “Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten!"-Tweet des Bundesgesundheitsministeriums ein. Mein Beitrag erscheint genau am ersten Jahrestag dieses Tweets.
Also, was hat es uns gebracht?
Bereits einen Tag vor besagtem Tweet habe ich hier im Blog die Frage gestellt, ob Corona der neue 11. September ist. Damals schrieb ich, um diese Frage zu konkretisieren
den 11. September 2001 haben bekanntlich Staatsapparate in aller Welt zum Anlass genommen, elementare Bürgerrechte massiv und dauerhaft einzuschränken. Droht uns nun ähnliches durch die Corona-Pandemie?
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Wenn Diskursgrenzen Herrschaftsverhältnisse unsichtbar machen und warum Diversität trotzdem wichtig ist
Diversität als Thema bei der Bewegungsstiftung
Dieses Wochenende war ich bei der Online-Strategiewerkstatt der Bewegungsstifung, die das Schwerpunktthema Diversität hatte. Das Thema liegt mir bekanntlich sehr am Herzen; ich verweise als zentrale Anlaufstelle hier im Blog auf den Beitrag Rang und Privilegien in einer Nussschale. Vor ein paar Monaten habe ich endlich den lange geplanten Rang- & Priviliegientag hier in der Gemeinschaft veranstaltet, um auch hier das Bewusstsein für die Thematik zu verstärken.
Dass das Thema erst jetzt (nach beinahe 20 Jahren Bestehen der Stiftung) so ins Zentrum gerückt ist, kann auf der einen Seite verwundern, denn wie ich in meinem finanziellen Coming out geschrieben hatte, warum mich die Bewegungsstiftung besonders angezogen hat:
Dort entscheiden nämlich nicht allein die StifterInnen, wer zu welchem Zweck wie viel Geld bekommen soll, sondern die AktivistInnen der geförderten Projekte entscheiden über die Geldvergabe der Stiftung mit (mehr darüber in der Broschüre Den Wandel gestalten). Damit betreibt die Bewegungsstiftung keine undursichtige Wohltätigkeit wie die meisten anderen Stiftungen. Exemplarisch ist dabei in Deutschland die Bertelsmann-Stiftung zu nennen. Auch Warren Buffets Sohn Peter haut in die gleiche Kerbe, wenn er vom Charitable-Industrial Complex spricht. Aus dem Umfeld der Bewegungsstiftung ist u.a. die Initiative Vermögender für eine Vermögensabgabe entstanden, für die ich hier im Blog Gerhard Schröder werben lasse. Bei der Bewegungsstiftung gibst du als StifterIn also tatsächlich ein gutes Stück aus der Hand, was mit deinem Geld geschieht.
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MixesDB – die Datenbank für DJ-Mixe
Geht es dir auch manchmal so, dass du wissen willst, welcher Track an einer bestimmten Stelle eines Mixes läuft? Ich frage mich das häufig & bin deshalb total glücklich, dass ich heute die Seite www.mixesdb.com gefunden habe. Damit hatte ich eine ausgesprochen lange Leitung, denn die gibt es schon seit 2006. Ganz bestimmt werde ich da Stammgast.
Nachtrag: Meine Frage nach einem Track im DJ-Set von Sysyphe auf dem Hadra-Festival 2017 wird dort leider nicht beantwortet. Sysyphe ist überhaupt nicht vertreten bei MixesDB. Da ist also noch Luft nach oben.
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Der Mythos der Macht
Gestern Abend habe ich mir eine sage & schreibe 3 1/2stündige Doku über die Machtkämpfe hinter den Kulissen des Geldsystems angeschaut. Dabei hatte ich erst fleißig mitgeschrieben & Links gesammelt, um daraus einen Blogbeitrag zu basteln.
Über Nacht hat sich ein ganz anderer Impuls in den Vordergrund geschoben: Die Frage, was es denn eigentlich bewirken soll, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Stärke ich nicht gerade solche Machtstrukturen, indem ich sie “aufdecke”? Fördere ich nicht regelrecht die strukturelle Weltverschwörung, indem ich immer mehr Belege für sie und andere Dunkelmächte sammle?
Dieser Gedanke hat mich dann heute Nachmittag bei herrlichstem Wetter in den Park geführt, wo ich eine Baumzeremonie zum Thema gemacht habe. Da steckt jetzt etwas Insiderwissen drin, dem ihr vielleicht nicht in allen Punkten folgen könnt. ich habe mit dem Star Maiden Circle am Baum gesessen, weil es mir vor allem um meine persönliche Beziehung zur Macht ging.
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Meine Foucault-Begeisterung hat einen Dämpfer bekommen
Mein Dank für die Inspiration, Michel Foucault kritisch zu hinterfragen, geht an die Freie Linke (siehe auch Puh, es sind doch nicht alle Linken staatstreu geworden). In deren Telegram-Kanal wurde ich auf die Beiträge von Gabriel Rockhill bei The Philosophical Salon aufmerksam.
Angefangen habe ich dabei mit seinem Artikel über das Interesse der CIA an französischen Intellektuellen wie Foucault. Das dort besprochene deklassifizierte Paper France: Defection of the Leftist Intellectuals habe ich nicht mehr bei der CIA selbst gefunden, aber bei winter oak.
Warum sollte die CIA den Poststrukturalismus für die eigenen Ziele nützlich finden? Rockhill schreibt dazu:
Even theoreticians who were not as opposed to Marxism as these intellectual reactionaries have made a significant contribution to an environment of disillusionment with transformative egalitarianism, detachment from social mobilization and “critical inquiry” devoid of radical politics. This is extremely important for understanding the CIA’s overall strategy in its broad and profound attempts to dismantle the cultural left in Europe and elsewhere. In recognizing it was unlikely that it could abolish it entirely, the world’s most powerful spy organization has sought to move leftist culture away from resolute anti-capitalist and transformative politics toward center-left reformist positions that are less overtly critical of US foreign and domestic policies. In fact, as Saunders has demonstrated in detail, the Agency went behind the back of the McCarthy-driven Congress in the postwar era in order to directly support and promote leftist projects that steered cultural producers and consumers away from the resolutely egalitarian left. In severing and discrediting the latter, it also aspired to fragment the left in general, leaving what remained of the center left with only minimal power and public support (as well as being potentially discredited due to its complicity with right-wing power politics, an issue that continues to plague contemporary institutionalized parties on the left).
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Die Wirklichkeit ist Allmende
Dieser Andreas Weber schreibt so schöne Sachen, dass es mir jedes Mal aufs Neue das Herz erwärmt. Heute bin ich von Miki Kashtan kommend wieder bei ihm gelandet. Miki beschreibt in ihrem Text das Fließen des Lebens, und Andreas Weber tut das noch viel ausführlicher & poetischer. In seinem Buch Sein und Teilen lautet eine der Zwischenüberschriften des ersten Kapitels Die Wirklichkeit ist Allmende. Er schreibt dazu
Der Begriff, der diese Perspektive beschreibt, ist die Allmende oder, im heute populären englischen Plural, die Commons. Allmende ist ein Geflecht von Beziehungen, durch die sich Lebendigkeit entfaltet. Allmenden kennzeichnen alle Bereiche des Lebendigen. Ökosysteme sind Allmenden – aber auch ein Großteil der Regeln, denen menschliche Gesellschaften folgen, indem sie allen nützen und alle sie erhalten. Materie und Sinn sind in der Allmende nicht getrennt. Lebendige Teilnehmer bringen einander durch Beziehungen hervor und produzieren damit ihre Identität.
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Bitte fallt nicht auf Blockchain und Kryptowährungs-Quatsch hinein
Hmpf. Da hatte ich gedacht, das Thema hier im Blog abgeschlossen zu haben, aber leider erweisen sich immer mehr Leute, die davon abgesehen eigentlich gute Ideen haben & gute Initiativen vorantreiben, in diesem Zuge auch als Blockchain- und Kryptowährungs-Fans. Deshalb versammele ich an dieser Stelle, warum ich das für eine ausgesprochen schlechte Idee halte.
Aufschlussreich ist zu Beginn wahrscheinlich, dass die Idee von Kryptowährungen auf Basis einer Blockchain aus der anarchokapitalistischen bzw. libertären Szene kommt. Diese Leute habe ich aus gutem Grund schon vor Jahren hier im Blog als die Verblendetsten von allen bezeichnet – und das, wo ich mich selbst ja als (inneren) Anarchisten verstehe. Der Teufel steckt mal wieder im Detail. Bei Norbert Häring erfährst du Hintergründe zum libertären Traum vom Kryptogeld, auch Michael Seemann schreibt darüber in Blockchain für Dummies.
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Wikipedia ist keine seriöse Quelle mehr
Zu diesem Schluss kam die Viadrina schon am 14. Januar. Weshalb ich das jetzt hier im Blog ausbreite, liegt am Interview mit dem Biologen Clemens G. Arvay in den NachDenkSeiten.
Er beschreibt darin, wie vor allem die so genannte “Skeptiker-Szene” in der Wikipedia ihm seinen Biologen-Status versucht abzuerkennen, seit er sich kritisch über die Corona-Impfungen äußert. Unter anderem spielt der Physiker Holm Hümmler eine Rolle dabei, der am 15. September 2020 einen sehr tendenziösen Artikel über Arvay in seinem Blog veröffentlicht hat.
Nachdem ich das NachDenkSeiten-Interview gelesen und noch ein weiteres zum gleichen Thema bei der Deutschen Welle gefunden hatte, habe ich um 21:31 einen Abschnitt “Kritik” in den Wikipedia-Artikel über Holm Hümmler eingefügt.
Dieser hat sich nicht lange gehalten: Bereits um 21:53 hat die Benutzerin Siesta meine Änderung rückgängig gemacht mit dem Kommentar “von „angestoßen“ steht nichts in der Quelle, die Formulierungen entsprechen auch nicht dem NPOV, daher zurück gesetzt.”
Der Gag ist, jetzt um 22:15 steht auf der Benutzerseite Siesta folgendes:
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