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Shadowrun 2021: Die System Identification Number ist beschlossen
Schon vor 6 Jahren habe ich hier über Shadowrun als Masterplan für das 21. Jahrhundert geschrieben. Heute hat der Bundestag ein weiteres Puzzleteil dieses Masterplans beschlossen: Die System Identification Number (SIN).
Dass die Steuer-ID sich in diese Richtung entwickeln würde, habe ich schon 2008 prophezeit.
Nachtrag vom 03.02.: Netzpolitik hat ausführliche Hintergründe zu diesem “Registermodernisierungsgesetz”. Die argumentieren doch tatsächlich mit Datenschutz, warum das eine gute Sache sei:
Daneben werden noch weitere vorgeblich datenschützerische Argumente ins Feld geführt. Die „redundante Datenhaltung“ – die Bundesregierung geht von insgesamt bis zu 220 zentralen und dezentralen Datenregistern in der Bundesrepublik aus – führe neben Fehlern in der Datenhaltung auch dazu, dass Daten neu erhoben werden müssten, die bereits bei anderen Behörden vorhanden seien. Dies widerspreche dem Gebot der Datenminimierung.
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Besorgter Bürger 2021
Durch dieses sehenswerte Interview mit Noam Chomsky wurde ich auf eine Studie der RAND Corporation aufmerksam, die belegt, dass zwischen 1975 und 2018 in den USA nahezu 50 Billionen Dollar (!!) von den unteren 90% Einkommen zu den obersten 1% Einkommen umverteilt wurden.
Corona hat diesen Trend noch verstärkt, wie ein aktueller Bericht von Oxfam belegt. Die Tagesschau fasst zusammen:
Erstmals seit über einem Jahrhundert droht die Kluft zwischen Arm und Reich in fast allen Ländern der Welt gleichzeitig anzusteigen und das ist eine Folge der Corona-Pandemie.
Zur Situation in Deutschland gibt der Sprecher von Oxfam Deutschland folgendes Beispiel:
Für das Jahresgehalt eines DAX-Vorstandes – das sind durchschnittlich etwa 5,6 Millionen – müsste eine Pflegekraft in Deutschland über 156 Jahre arbeiten.
Und das sind nur die Einkommen. Bekanntlich sagt die Vermögensungleichheit wesentlich mehr über die Kluft zwischen Arm & Reich aus als die Einkommen, denn wer von Vermögenserträgen leben kann, befindet sich in einer völlig anderen Situation und Klasse als jemand mit einem noch so hohen Arbeitseinkommen ohne entsprechendes Vermögen.
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Mitfühlen und an Bedürfnissen orientieren statt Recht und Gerechtigkeit
Nach langer Pause habe ich wieder bei Miki Kashtan reingeschaut. Ihre Artikelreihe Apart and Together hat inzwischen 10 Teile. Heute beziehe ich mich dabei auf den achten Teil Reengaging with the Full Range of Our Emotions.
Darin geht es darum, sich den schwierigen Gefühlen zuzuwenden. Miki geht davon aus, dass fast die gesamte menschliche Gesellschaft, jedenfalls die so genannte “Zivilisation”, seit Jahrtausenden kollektiv traumatisiert ist. Und diese Traumatisierung vererbt sich von Generation zu Generation weiter. Wie kommen wir da jemals wieder raus?
Miki meint in ihrem Artikel The Power of the Soft Qualities to Transform Patriarchy (& auch sonst), dass der erste Schritt ist, die Schrecken des Patriarchats zu betrauern. Wenn wir versuchen, es zu bekämpfen, haben wir schon verloren, weil das gerade der Modus des Patriarchats ist.
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Wehret den Anfängen
Gestern sind an einem Tag drei Dinge passiert, die mir zeigen, dass die Demokratie-Simulation in Deutschland gerade abgestürzt ist.
Die Gründung einer neuen Partei wurde von der Polizei abgebrochen und geräumt. Das hat die Freie Linke veranlasst, alle demokratischen Kräfte zum Widerstand gegen diesen verlängerten und seit März fortgeführten Staatsstreich gemäß Art. 20 (4) GG aufzurufen. Über den Telegram-Kanal der Freien Linken wurde ich überhaupt auf dieses unerhörte Ereignis aufmerksam.
Das zweite Ereignis ist die Änderung des Bundeswahlgesetzes, die der Bundestag beschlossen hat.
Damit stellte der Bundestag fest, dass die Durchführung von Versammlungen für die Wahl der Wahlbewerber und der Vertreter für die Vertreterversammlungen zur Bundestagswahl 2021 zumindest teilweise unmöglich ist. 486 Abgeordnete stimmten für den Antrag, 72 dagegen, es gab 21 Enthaltungen.
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Bricht die Konsensrealität auseinander?
Im April letzten Jahres schrieb ich schon mal, dass in der Coronakrise die Konsensrealität gerade massiv zusammenbricht. Diesen prozessorientierten Faden nehme ich im neuen Jahr noch mal auf, weil sich in meiner Wahrnehmung die Gräben in unserer Gesellschaft weiter vertieft haben.
Diese Gräben verlaufen zwischen Gruppen von Menschen, die die Welt unterschiedlich wahrnehmen.
In meinem Beitrag Die Corona-Krise ist eine Vertrauenskrise hatte ich es so dargestellt, dass wir in unserer erdumspannenden Weltgesellschaft alle in einem sehr großen Maße einander vertrauen müssen, damit das alles funktioniert. Im Moment sieht es so aus, dass das vielleicht nicht mehr klappt. Was dann?
Um einen anderen Gedanken aus dem Beitrag Konflikte entstehen an der Grenze zwischen Konsensrealität und Traumland aufzugreifen: Das Ganze wird überhaupt nur zu einem Problem, wenn wir an einer Konsensrealität festhalten. Wenn wir also daran festhalten, uns auf eine Realität zu einigen. In einer Situation wie jetzt, wo verschiedene Seiten einander “Fake News” vorwerfen, erzeugt das eine nahezu unerträgliche Spannung.
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Wenn sich Edward Snowden und Alexei Nawalny beide gegen Zensur von Trump aussprechen, läuft etwas gewaltig schief
Wir leben in interessanten Zeiten. Dabei ist das Jahr 2021 gerade mal erst 10 Tage jung.
Edward Snowden schreibt bei Twitter zur Sperrung von Donald Trumps Account bei Facebook:
Facebook officially silences the President of the United States. For better or worse, this will be remembered as a turning point in the battle for control over digital speech.
Und weiter:
I know a lot of folks in the comments read this are like “YAAAAS,” which, like—I get it. But imagine for a moment a world that exists for more than the next 13 days, and this becomes a milestone that will endure.
Und Alexei Nawalny (ja, der bekannte russische Rechtspopulist) kritisiert mit den gleichen Argumenten Trumps Sperrung bei Twitter. Nawalny schreibt bei Twitter:
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Die Blockchain lockt euch mit ihrem Versprechen von Anonymität in eine Falle
Offenbar bin ich gerade in Debunking-Stimmung. Nach dem Thema Geldschöpfung wende ich mich als nächstes der Blockchain und den Kryptowährungen zu, die hier im Blog auch schon mehrfach Thema waren.
Liebe Libertäre und Anarchokapitalistinnen, ihr müsst jetzt sehr tapfer sein: Die Blockchain- und Kryptowährungs-Industrie verarscht euch nach Strich und Faden. Sie versprechen euch nämlich, die Transaktionen in einer Blockchain seien anonym.
Grundsätzlich stimmt das zwar; in der Blockchain selber sind deine Transaktionen beispielsweise bei Bitcoin nur durch eine Bitcoin-Adresse gekennzeichnet, die z.B. so aussehen kann:
3GL1MMJvw99DbrzoPQYhu7H5Zv2S8ykvPy
. Nun kommt das große Aber: Sobald du deine Bitcoins oder sonstigen Kryptowährungen benutzt, um damit etwas zu kaufen, entsteht ein Risiko, dass deine Bitcoin-Adresse mit deiner Identität verknüpft wird. Denn was du kaufst, muss ja irgendwie zu dir kommen, nachdem deine Bitcoins zur Verkäuferin übertragen wurden.
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Gefährliches Halbwissen über Geld(schöpfung)
Der Kommentar von Renée Menéndez zu meinem Beitrag über Giorgio Agambens Deutung des Kapitalismus als Religion hat mich nun doch dazu angeregt, mal einen Versuch zu starten, der mich schon länger umtreibt.
Es herrscht eine große Begriffsverwirrung um Geld und Geldschöpfung, ein Thema mit dem ich mich bekanntlich schon seit vielen Jahren auseinandersetze. Dabei habe ich eine Menge gelernt und auch eine Menge gefährliches Halbwissen abgelegt. Darüber gibt es zwar schon diese dreiteilige Reihe hier im Blog:
- Vollgeld ist voll daneben
- Geldschöpfung aus dem Nichts – eine Luftnummer?
- Der Zins ist nicht das Problem, sondern seine Garantie
Allerdings fürchte ich, dass Laien danach auch nicht unbedingt schlauer als vorher sind. Deshalb kommt hier nun der Versuch, allgemeinverständlich aufzuschreiben, was es mit den Irrungen und Wirrungen der Geldschöpfung auf sich hat.
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Eisbaden rockt
Eine Premiere noch im Jahr 2020: Heute morgen beim kalt Duschen fiel mir mal wieder auf, dass das erst dann richtig wirkt, wenn das Wasser echt kalt ist. Kombiniert mit dem herrlichen Sonnenschein brachte mich das auf die Idee, im Wannsee zu baden. Die ursprüngliche Inspiration dafür, wie auch für das regelmäßige kalte Duschen, kommt von Wim Hof.
Gesagt – getan. Der Rauhreif im Wald auf dem Weg zum Ufer war schon eine gute Einstimmung. Übrigens ist es im Winter gar nicht so einfach, dort am Wannsee einen Wasserzugang zu finden. Das Strandbad ist natürlich komplett geschlossen.
Nördlich von Schwanenwerder fand ich dann eine Stelle im Sonnenschein, wo auch nicht direkt Fußgänger vorbeiliefen.Dabei habe ich einen praktischen Tipp, wenn du das Eisbaden nachahmen willst: Ich empfehle besser eine nicht so flache Stelle wie dort, wo ich heute war. Sonst bist du nämlich ewig mit den Füßen schon im kalten Wasser, bis der ganze Körper drinnen ist, & auf dem Rückweg umgekehrt. Meine Füße sind erst in der S-Bahn so richtig wieder aufgetaut.
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Die Weihnachtsgeschichte andersrum
Passend zu meiner neuen Sprachregelung im Blog haben Suchtpotential die Weihnachtsgeschichte andersrum erzählt: