Schlagwort: Tantra
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Mit meiner Gemeinschaft nach Königshorst ins Wendland
Heute kommt nach langer Zeit mal wieder ein Beitrag mit vielen Fotos. Ich wohne nun schon seit 2 Monaten mit der Antinous Gemeinschaft in Königshorst, einem Ortsteil von Wustrow in Wendland. Diese 2 Monate (und auch schon die Wochen davor) war ich allerdings so beschäftigt, dass ich nur mit Fotos von Anfang Mai dienen kann. Vieles sieht inzwischen ganz anders aus, nur der Garten hat sich wenig verändert seither.
Zunächst verlinke ich den Blogbeitrag mit der Ankündigung unseres Umzugs von der Diamond Lotus-Seite; wenn du mich besuchen willst, kannst du das – mit vorheriger Ankündigung! – gerne tun. Für die Anreise haben wir auch schon einen Blogbeitrag veröffentlicht, Dein Weg zu uns ins Wendland und zur Kulturellen Landpartie.
Das ist der Blick von der Straße:
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Hinaus, hinaus, darüber hinaus: Andro hat seine Form verlassen
Am Sonntag früh ist Andro in Brasilien gestorben, in der Nacht der Wintersonnenwende. Mit dem Nachruf auf der Diamond Lotus-Website ist schon sehr viel gesagt, weshalb ich hier in aller Kürze meinen persönlichen Dank ausspreche:
Andro war für mich ein großer Lehrer, gerade auf meinem Weg heraus aus der Opferrolle. Das Motto “Create yourself” habe ich erst nach mehreren Workshops im Diamond Lotus begriffen. Erschaffe dich selbst – das klingt erst mal anmaßend, so als habe ich alles selbst in der Hand. Doch darum geht es nicht. Am besten drückt Andro es selber aus in seinem Text “Die Buddhaschaft”:
Alles, was du siehst, hörst, riechst, empfindest und fühlst, wird von dir erst zu dem gemacht, als was es dir erscheint. An der Grenze deines Körpers wandeln sich die Dinge um. Zwar möchtest du glauben, dass eine Farbe, die dein Auge sieht, die gleiche sei, wie jene, die ein anderer sieht, und doch gibt es keine gänzlich gleiche Farben. Es ist deine Empfindung, welche gleicht, die den Farbwert setzt. Wie oft wertest du nach Maßen, die dir unbekannt, welche du nicht selber für wahr genommen, sondern von anderen genommen hast? Nicht das Aussen bestimmt dich, sondern dein Innen bestimmt das Aussen, welches du auf dich wirken lässt. Niemand ausser dir selber zwingt dich zu setzen, Werte zu bestimmen, und dennoch verfällst du aus Angst und Bequemlichkeit den Wertungen anderer, die du nicht liebst und nicht kennst.
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Haben wir uns zu viel vorgenommen?
Bei dieser Überschrift stellt sich zunächst die Frage, wer ist eigentlich “wir”? Nun, ich beobachte, dass diese Frage auf vielen Ebenen sinnvoll gestellt werden kann.
Fangen wir bei mir an: Als ich in die Antinous Gemeinschaft kam, hatte ich vor, bald selber in die Workshops einzusteigen; anfangs als Assistent, später wollte ich dann auch eigene Workshops (mit)gestalten. Und darüber hinaus wollte ich sogar einen Floating-Tank betreiben & auch das in Workshops einbinden.
Relativ schnell stellte sich heraus, dass sich weder das eine noch das andere so schnell in die Tat umsetzen liess. Und an diesem Punkt habe ich jeweils die weise Entscheidung getroffen, “na dann eben (noch) nicht”, & bin dem Fluss des Lebens gefolgt. Wohin mich das bis jetzt geführt hat, beschreibt u.a. der Beitrag Ich werde konservativ. Als mir klar wurde, dass ich mir zu viel (oder jedenfalls zu viel vom Falschen) vorgenommen hatte, habe ich in dem Bereich schnell die Kurve gekriegt.
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Das Diamond Lotus bloggt jetzt auch
Seit heute gibt es auf der Diamond Lotus-Website auch ein Blog. Den Startschuss macht ein Artikel von Andro über Lust und Orgasmus für Paare, ich habe aus aktuellen Anlass noch einen netzpolitischen Beitrag Rettet das Internet! Sehen wir uns am Potsdamer Platz? hinzugefügt. Ihr könnt das Diamond Lotus Blog auch als RSS-Feed abonnieren, die URL dafür lautet
https://diamond-lotus.de/feed/
Die Kommentarfunktion tut aus mir bisher unbekannten Gründen derzeit nicht, obwohl auch das vorgesehen ist.
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Daniel Pinchbeck über die Befreiung der Liebe
Das “Manifest gegen die Apokalypse” von Daniel Pinchbeck, How Soon Is Now?, begleitet mich schon seit ein paar Monaten kapitelweise. Inzwischen bin ich im Teil 4 “Gott, Liebe und Revolution” angekommen. Was er dort über Liebe und Sexualität schreibt, animiert mich nun doch auch zum Bloggen.
Zunächst mal zitiert er aus Sex. Die wahre Geschichte von Christopher Ryan und Calcida Jethá, dass
Menschen sich in vertrauten Gruppen entwickelten, in denen fast alles miteinander geteilt wurde – Essen, Obdach, Schutz, Kindererziehung, sogar sexualles Vergnügen… Unsere zeitgenössische Kultur stellt den Bezug zwischen Liebe und Sex falsch dar. Sei es mit oder ohne Liebe, Gelegenheitssex war für unsere prähistorischen Vorfahren normal… Menschen und unsere hominiden Vorfahren haben den allergrößten Teil der vergangenen Jahrmillionen in kleinen, innigen Gruppen verbracht, in denen die meisten Erwachsenen jederzeit mehrere sexuelle Beziehungen hatten.
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Hautgeflüster gedruckt, Facebook adé
Vor einem knappen Jahr hatte ich mich wieder bei Facebook angemeldet, um Saranam beim Crowdfunding für sein Buch Hautgeflüster zu unterstützen. Nun ist das Buch gedruckt & der Verkauf läuft:
Meine Mission bei Facebook ist daher erfüllt & ich werde mich geordnet zurückziehen. Ihr kennt das Spiel.
Nachtrag vom 04.02.2019: A “gold standard” study finds deleting Facebook is great for your mental health.
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Wieder bei Facebook - für das Hautgeflüster-Crowdfunding
Wer hätte das gedacht? Seit heute bin ich wieder bei Facebook & habe nicht mal ein schlechtes Gewissen. ;-) Im September 2015 hatte ich mich dort verabschiedet; nun starte ich mit Saranam zusammen das Crowdfunding für sein Hautgeflüster-Buch, & um das besser unterstützen zu können, habe ich mich nun temporär bei Facebook angemeldet. Es gibt seit heute auch eine Facebook-Seite für Hautgeflüster.
Am Samstag war ich übrigens bei der wunderschönen Midissage der Ausstellung von Saranam & Suriya, was mich noch mal mehr davon überzeugt hat, dass es sich lohnt, dieses Projekt zu unterstützen.
Nachtrag vom 22.02.: Die sind wohl bei Facebook immer noch sauer, dass ich sie seinerzeit so radikal mit Ansage verlassen habe. Jedenfalls bin ich kurze Zeit nachdem ich mich angemeldet hatte jetzt erst mal gesperrt & musste einen Scan meines Ausweises hochladen. Mal sehen wie das weitergeht.
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Mein erster Workshop im Diamond Lotus
Diesen Sommer gibt es eine Premiere: Ich werde mit Saranam das erste Mal einen Workshop hier im Diamond Lotus anbieten. Wir veranstalten vom 5. bis zum 9. Juli zusammen den Männerworkshop Shivas Tanz, was insofern einen Kreis schließt, als ich selbst vor ungefähr sieben Jahren ebenfalls in einem Männerworkshop das erste Mal überhaupt im Diamond Lotus war. Seitdem hat kein reines Männer-Seminar mehr hier stattgefunden.
Wenn Du mich also mal ganz anders als sonst erleben willst, ist das DIE Chance! Ich bin natürlich selber schon ganz dolle gespannt wie das wohl wird. Es werden auf jeden Fall meine prozessorientierten Fähigkeiten gründlich auf die Probe gestellt. Und ich werde sicherlich als makelloser Krieger gefordert sein. Dazu gehört auch, dass ich gerade in der Runde der Männer weich und berührbar bleiben will.
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Ausstellung "Hautgeflüster" von Saranam & Suriya
Am kommenden Samstag, dem 21. Januar, eröffnen Saranam und Suriya ihre gemeinsame Ausstellung “Hautgeflüster” in der Villa Kult in Berlin-Lichterfelde.
Aus der offiziellen Einladung der Villa Kult:
Angelehnt an René Descartes‘ „Ich denke, also bin ich“, ist das Motto der Ausstellung „Hautgeflüster“, «Ich fühle, also bin ich». Die ausgestellten Werke reflektieren die Freude an Verbindung und Zärtlichkeit zwischen den Menschen und vermitteln uns die Botschaft in unserer modernen Gesellschaft mehr Feingefühl und sexuelle Freiheit zu wagen. Saranam’s Personen und Lichtstimmungen verführen durch ihre natürliche Sinnlichkeit. Suriya’s Werke erinnern den Betrachter daran, unserem Menschsein durch Einfachheit wieder frisch und würdevoll zu begegnen.
Die „Entstehungsgeschichte“ der gemeinsamen Ausstellung „Hautgeflüster“ basiert auf dem gleichnamigen Buchprojekt von Saranam Ludvik Mann, das seine Fotos mit essayistischen Texten und an die Form der japanischen Haiku-Gedichte angelehnten Poesien, verbindet.
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Don Juan Matus, Martin Buber, Spiral Dynamics und die Megamaschine
Inzwischen bin ich beim achten Buch von Carlos Castaneda angekommen, “Die Kraft der Stille”. Darin findet sich eine beeindruckende Zusammenfassung der menschlichen Bewusstseinsentwicklung auf den Seiten 145-149:
Ich bremste plötzlich am Straßenrand. Und hier erkannte ich zum erstenmal in meinem Leben, daß eine Dualität in mir bestand. Es war, als gäbe es zwei getrennte Teile in mir. Der eine Teil war alt, sorglos und gleichgültig. Er war schwer und dunkel und hatte Verbindung mit allen anderen Dingen. Dieser Teil von mir war unbeschwert, weil er allen Dingen ebenbürtig war. Er erwartete nichts und freute sich an allem.
Der andere Teil war leicht, neu, locker, erregt. Er war nervös und schnell. Er machte sich Sorgen, weil er unsicher war. Er konnte sich an nichts erfreuen, weil er nicht mit den anderen Dingen verbunden war. Er war allein, oberflächlich und verletzlich. Mit diesem Teil von mir betrachtete ich die Welt. Und mit diesem Teil von mir schaute ich mich jetzt um:
Überall sah ich weites, urbares Land. Und dieser unsichere, lockere und sorgenvolle Teil meiner selbst war abwechselnd stolz auf den Arbeitsfleiß der Menschen und traurig über den Anblick dieser schönen alten Wüste von Sonora – jetzt überzogen von Ackerfurchen und ordentlich bestellten Feldern.
Der alte, dunkle, schwere Teil meiner selbst machte sich deswegen keine Sorgen. Die beiden Teile gerieten in einen Disput. Der lockere Teil forderte, der schwere Teil solle sich Sorgen machen. Und der schwere Teil forderte, der andere solle endlich seine Sorgen vergessen und sich freuen.
»Warum bist du stehengeblieben?« fragte Don Juan. Seine Stimme rief eine Reaktion in mir hervor. Aber ich könnte nicht sagen, daß ich es war, der reagierte. Der Klang seiner Stimme schien den lockeren Teil meiner selbst zu verfestigen. Und plötzlich war ich wieder ich selbst.
Ich erzählte Don Juan von dieser Dualität, die ich in mir erkannt hatte. Er erklärte mir diese Dualität als Folge verschiedener Positionen meines Montagepunkts. Und während er sprach, verlor ich meine Festigkeit wieder. Der lockere Teil wurde so locker, wie er es vorhin gewesen war, als meine Dualität mir zum erstenmal bewußt wurde – und wieder verstand ich genau, was Don Juan mir erklärte.
Wenn der Montagepunkt sich an den Platz ohne Erbarmen bewegt, so erklärte er, wird die Position der Vernunft und des gesunden Menschenverstands geschwächt. Als ich diese ältere, dunkle und stille Seite in mir entdeckte, so erklärte er mir, hätte ich eine Ahnung von den Vorläufern unserer heutigen Vernunft gespürt.
»Ich verstehe ganz genau, was du meinst«, sagte ich zu ihm. »Ich weiß so vieles, aber ich kann es nicht aussprechen. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.«
»Ich habe es dir schon früher einmal erklärt«, sagte er. »Was du jetzt als Dualität empfindest, ist die Ahnung einer anderen Position deines Montagepunkts. In dieser Position erspürst du die ältere Seite des Menschen. Und was diese ältere Seite weiß, bezeichnet man als stilles Wissen. Dieses Wissen kannst du vorläufig noch nicht aussprechen.«
»Weil du dafür sehr viel Energie brauchst«, antwortete er. »Und im Augenblick hast du diese Energie nicht zur Verfügung. Wir alle haben dieses stille Wissen«, fuhr er fort. »Es ist ein Wissen, das umfassende Kenntnis von allem hat. Aber es kann nicht denken. Und darum kann es nicht aussprechen, was es weiß.
Als der Mensch dieses Wissen erkannte und sich bewußt machen wollte, so glauben die Zauberer, da verlor er die Ahnung von alledem, was er wußte. Dieses stille Wissen, das du nicht aussprechen kannst, ist nichts anderes als die Absicht – der Geist, das Abstrakte. Der Mensch beging nur den Fehler, dies Wissen direkt erfahren zu wollen, wie er auch andere Dinge im Leben erfuhr. Je mehr er erfahren wollte, desto flüchtiger wurde das Wissen.«
»Doch was bedeutet all dies, Don Juan?« fragte ich. »Kannst du es nicht mit einfachen Worten sagen?«
»Es bedeutet, daß der Mensch auf das stille Wissen verzichtet hat, um die Vernunft zu gewinnen«, antwortete er. »Je stärker der Mensch sich an die Welt der Vernunft klammert, desto flüchtiger wird die Absicht.«
[…]
Und dann erzählte er mir von der Situation der Menschen in früheren Zeiten. Damals, sagte er, habe der Mensch unmittelbar gewußt, was er tun und wie er es tun sollte. Weil ihm alles glückte, entwickelte er ein Ich-Gefühl, das ihm die Illusion vorgaukelte, er könne seine Handlungen vorhersehen und planen. Auf diese Weise entstand die Idee eines individuellen Ich. Ein individuelles Ich, das dem Menschen sein Handeln vorzuschreiben begann.
Je stärker dieses individuelle Ich-Gefühl wurde, desto schwächer wurde die natürliche Verbindung des Menschen zum stillen Wissen. Der moderne Mensch – Endpunkt dieser Entwicklung – empfinde daher schmerzlich seine Trennung von allen Dingen dieser Welt. Seine Verzweiflung äußere sich in Gewalt und zynischer Selbstzerstörung.
Die Ursache für die Verzweiflung des modernen Menschen sah Don Juan in einem letzten, uns noch verbliebenen Rest stillen Wissens. Dieser gebe uns, erstens, eine Ahnung von unserer einstigen Verbindung zum Ursprung aller Dinge. Und zweitens lasse er uns begreifen, daß wir ohne diese Verbindung zum Ursprung niemals auf Glück und Frieden hoffen dürften.
Hier glaubte ich Don Juan auf einem Widerspruch ertappt zu haben. Früher einmal hatte er mir erklärt, der Krieg sei die naturgegebene Situation eines Kriegers; und Friede sei eine Anomalie.
»Das ist richtig«, sagte er. »Aber Krieg bedeutet für den Krieger nicht Beteiligung an Akten individueller Dummheit oder kollektiver Gewalt. Krieg ist für einen Krieger der Kampf gegen das individuelle Ich, das uns Menschen unserer einstigen Fähigkeiten beraubt hat.«
Don Juan schlug vor, wir sollten uns weiter über die Idee der Rücksichtslosigkeit unterhalten – jene erste Prämisse der Zauberei. Jede Bewegung des Montagepunkts, das hätten die Zauberer herausgefunden, bedeute nämlich eine Distanzierung von der übertriebenen Betrachtung des individuellen Ich, wie sie den modernen Menschen kennzeichne. Und die Zauberer glaubten, daß es eine bestimmte Position des Montagepunktes sei, die den Menschen zu einem so gefährlichen Egoisten mache – zu einem ausschließlich mit seinem Selbstbild befaßten Wesen. Weil der Mensch keine Hoffnung habe, jemals zum Ursprung der Dinge zurückzukehren, suche er Trost im eigenen Ich.
Damit aber fixierte er seinen Montagepunkt in jener Position, die sein Selbstbild verewige. Jede Bewegung des Montagepunkts, heraus aus seiner üblichen Position, bedeute zugleich eine Abkehr von der Selbstbetrachtung und Selbstüberschätzung des modernen Menschen.
Die Selbstüberschätzung, sagte Don Juan, habe ihre Ursache in der Selbstbetrachtung – jener Kraft, die den Montagepunkt in seiner gegenwärtigen Position fixiere. Darum sei es das Ziel der Krieger, die tyrannische Selbstüberschätzung von ihrem Thron zu stürzen. Ihr ganzes Tun gelte einzig diesem Anliegen.
Die Zauberer hätten nämlich herausgefunden, sagte Don Juan, daß Selbstüberschätzung nichts anderes sei als getarntes Selbstmitleid.
»Es ist unglaublich, aber wahr«, sagte er. »Das Selbstmitleid ist der größte Feind des Menschen, und die Quelle seines Elends. Ohne Selbstmitleid könnte der Mensch es sich gar nicht leisten, sich so sehr zu überschätzen, wie er es tut. Leider ist die Selbstüberschätzung eine Kraft, die ihren eigenen Gesetzen folgt. Und so kommt es, daß wir, wenn wir unser Elend beklagen und uns selbst bedauern, uns eigentlich selbst zu wichtig nehmen.«
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