Schlagwort: Herz

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    Ein Krieger 'muss' glauben


    An diesem Satz von Don Juan Matus, ein Krieger muss glauben, hatte ich seinerzeit länger zu knabbern. Er stammt aus dem 4. Band der Castaneda-Reihe, Der Ring der Kraft. Als ich das Buch das erste Mal las, hatte ich den Wert des Zweifelns und kritisch Hinterfragens gerade noch mal für mich bekräftigt. Es war die Zeit, als ich mich sehr radikal von allen christlichen und überhaupt religiösen Überzeugungen löste. Und da kommt nun dieser Don Juan mit so einem Satz.

    Dabei erschliesst sich der Sinn bei genauerem Hinsehen aus dem Zusammenhang:

    Ein Krieger muß beweglich sein und sich harmonisch mit der ihn umgebenden Welt verändern, sei es die Welt der Vernunft oder die Welt des Willens.

    Der gefährlichste Moment dieser Veränderung tritt immer dann ein, wenn der Krieger feststellt, daß die Welt weder das eine noch das andere ist. Ich mußte lernen, daß die einzige Möglichkeit, diesen entscheidenden Wechsel zu überstehen, darin besteht, daß man bei seinen Handlungen so tut, als glaubte man. Mit anderen Worten, das Geheimnis eines Kriegers ist, daß er glaubt, ohne zu glauben. Aber natürlich kann der Krieger nicht einfach sagen, er glaubt, und es damit bewenden lassen. Das wäre zu leicht. Einfach glauben, das würde ihn von der Verpflichtung entbinden, seine Situation zu überprüfen. Immer wenn ein Krieger sich darauf einlassen muß, zu glauben, dann tut er es als freie Entscheidung, als Ausdruck seiner innersten Wahl. Ein Krieger glaubt nicht, ein Krieger muß glauben.


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    Ein Regenbogenkrieger holt sich selbstverständlich Unterstützung


    Um diesen Titel zu erklären, muss ich ausholen. Ausgangspunkt ist, dass ich vor einigen Wochen Miki Kashtan entdeckt habe, die die Gewaltfreie Kommunikation mit Schenkökonomie verbindet. Dabei geht sie in einem Interview sogar so weit zu sagen

    I don’t fully believe that we can have a truly nonviolent society for as long as we have money. This is because money can be accumulated, and I see accumulation as antithetical to nonviolence which, to be fully realised, necessitates allocation of resources based on needs. Money and exchange interfere with that.

    Sie geht also davon aus, dass im Geld (zumindest so wie es im derzeitigen Geldsystem beschaffen ist) ein Element von Gewalt steckt. Das sehe ich bekanntlich ähnlich.

    Was sie über Geld & Schenken zu sagen hat, ist allerdings (mindestens) einen eigenen Beitrag wert. An dieser Stelle geht es mir um ihre Grundhaltung zum Leben, die in den Core Commitments besonders deutlich zum Ausdruck kommt. Auf der Seite gibt es eine deutsche Übersetzung (Achtung, Link führt zu Dropbox!), bei Pioneers of Change habe ich eine weitere gefunden. Auch davon gibt es eine PDF-Version zum Ausdrucken.


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    Daniel Pinchbeck über die Befreiung der Liebe


    Herz unendlich

    Das “Manifest gegen die Apokalypse” von Daniel Pinchbeck, How Soon Is Now?, begleitet mich schon seit ein paar Monaten kapitelweise. Inzwischen bin ich im Teil 4 “Gott, Liebe und Revolution” angekommen. Was er dort über Liebe und Sexualität schreibt, animiert mich nun doch auch zum Bloggen.

    Zunächst mal zitiert er aus Sex. Die wahre Geschichte von Christopher Ryan und Calcida Jethá, dass

    Menschen sich in vertrauten Gruppen entwickelten, in denen fast alles miteinander geteilt wurde – Essen, Obdach, Schutz, Kindererziehung, sogar sexualles Vergnügen… Unsere zeitgenössische Kultur stellt den Bezug zwischen Liebe und Sex falsch dar. Sei es mit oder ohne Liebe, Gelegenheitssex war für unsere prähistorischen Vorfahren normal… Menschen und unsere hominiden Vorfahren haben den allergrößten Teil der vergangenen Jahrmillionen in kleinen, innigen Gruppen verbracht, in denen die meisten Erwachsenen jederzeit mehrere sexuelle Beziehungen hatten.


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    Meditation über die unfassbar großen Ströme


    Die unfassbar großen Strömen haben sich in meinem Geist zu einem geflügelten Wort ausgewachsen. Zuerst schrieb ich in Den Ruf hören von ihnen und kam dann in Vertrauen üben reloaded auf sie zurück mit dem Tenor, dass ich übe, mich diesen Strömen anzuvertrauen.

    Zunehmend kam dabei die Frage auf, woraus speisen sich diese unfassbar großen Ströme?

    Und irgendwie erscheint es mir ganz klar, wir alle speisen die unfassbar großen Ströme. Es handelt sich also um kein passives Mittreiben, sondern wir gestalten mit. JedeR einzelne von uns beeinflusst die Richtung der Ströme ein klein wenig mit. Das macht jede Handlung zu einer magischen. Wir träumen gemeinsam die Ströme, die die Welt formen.

    Hier passt auch der physikalische Feldbegriff wunderbar hin, denn ein Feld ist nicht irgendwie von “außen” vorgegeben, sondern jeder Körper in einem Feld beeinflusst dieses mit. Ein Feld ist auch nicht irgendwo “zu Ende”, sondern umspannt jeweils die gesamte (physikalische) Wirklichkeit.


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    In europäischen Traditionen leben


    Bei der letzten Schwitzhütte kam auf einmal für mich selber überraschend der tiefe Herzenswunsch zum Vorschein, den Rest meines Lebens in europäischen Traditionen zu leben. Überrascht hat mich dabei die Stärke dieser Sehnsucht; das Thema selbst ist nicht neu für mich.

    Aufgewachsen bin mich mit dem protestantischen Christentum, einige Jahre auch in einer evangelikalen Jungschar. Die vielen Geschichten, die ich in dieser Zeit hörte und las, spielten alle in Palästina, im Zweistromland und Ägypten. Sie hatten überhaupt nichts mit Mitteleuropa zu tun, in dem ich lebte und lebe. Diesem Christentum entfremdete ich mich immer mehr und kam im Zuge dessen mit dem Buddhismus in Berührung, einer geistigen Tradition Ostasiens. Später entdeckte ich auch den – indianischen – Schamanismus. Die eine dieser Traditionen hat ihren Ursprung tausende Kilometer südöstlich des Landes, in dem ich aufgewachsen bin und lebe, die andere tausende Kilometer westlich.


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    Den Ruf hören


    Wie wohl die meisten modernen Menschen habe ich mich in meinem Leben schwer getan, meinen Platz oder meine Berufung zu finden. Das Wort von der Multioptionsgesellschaft macht die Runde, die Frage “Was soll ich mal werden?” stellt sich nun schon mehreren Generationen hintereinander. Ich erinnere auch noch mal daran, wie Fabian Scheidler die traumatisierende Wirkung der Megamaschine beschreibt:

    Ist das Leben in einer intakten (nicht traumatisierten) Gemeinschaft bestimmt von wiederkehrenden Rhythmen und dem Wechsel der Generationen, in dem sich das Leben stets erneuert, so wird dieser Kreis durch traumatische Erfahrungen zerbrochen: Die Menschen sind nicht mehr in der Lage, sich als Teil eines sinnvollen und im Prinzip gutartigen überindividuellen Zusammenhangs zu sehen, sie sind dissoziiert, herausgerissen aus den Kreisläufen der Natur, der Gemeinschaft und des Kosmos. Alles, was ihnen bleibt, um der Verwüstung der Gegenwart etwas entgegenzusetzen, ist die Vision von einer Zukunft, in der alles anders wird, in der die gegenwärtige kaputte Welt durch eine ganz neue Welt ersetzt wird. Die Fixierung der westlichen Zivilisation auf die Zukunft, sei sie im Himmel oder auf Erden, hat ihren Ursprung in einer umfassenden kollektiven Traumatisierung, in der die Menschen aus allen Sinnzusammenhängen der Gegenwart herausgerissen wurden. […]


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    Wandle in Schönheit


    Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.

    Möge Schönheit über mir sein, so dass ich Teil des größeren Traums von Schönheit sein kann. Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.

    Möge Schönheit vor mir sein, so dass ich die Schönheit in allen Wesen, Dingen und Geschehen erkenne. Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.

    Möge Schönheit zu meiner Linken sein, so dass ich durch meine Weiblichkeit Schönheit empfangen möge. Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.

    Möge Schönheit zu meiner Rechten sein, so dass ich durch meine Männlichkeit Schönheit geben möge. Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.

    Möge Schönheit hinter mir sein, so dass die einzigen Spuren, die ich hinterlasse, Spuren der Schönheit sind. Allumfassender Geist, möge ich in Schönheit wandeln.


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    Von meinem Egotrip runter


    Am heutigen dritten Tag des krank im Bett liegens nehme ich endlich die Lektion auf – eine Lektion in Demut. Eine Auswirkung davon gibt es auf www.timo-ollech.de. Mir wurde bewusst, dass ich immer noch subtil werte, & zwar in “wichtig” und “weniger wichtig”. Und Zack – sind Verlangen und Abneigung da: Her mit dem “Wichtigen”, weg mit dem “Unwichtigen”. Dabei hatte ich ja schon beim letzten Vipassana erkannt, dass sprachliche Anhaftung darin besteht, den Objekten unseres Denkens Wichtigkeit zu verleihen. Nun ja, herzlich Willkommen in der Wiederholungsschleife.

    Außerdem hatte mich schon Charles Eisensteins Essay The Age of We Need Each Other (deutsche Übersetzung Das Zeitalter, in dem wir einander brauchen) ins Grübeln gebracht.

    Tja, die eigene Selbstwirklichkeit verliert man offensichtlich stufenweise.

    Nachtrag: Um Signale empfangen zu können, muss ich zunächst mal aufhören zu senden. In den Worten von Sebastian Elsässer:


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    Grundlos leben


    Heute habe ich einen Entschluss gefasst: Ich werde mein Handeln nicht mehr begründen. Vor allem nicht vor mir selbst. Ich werde einfach tun, was immer ich tue.

    Macht euch also auf interessante Erlebnisse mit mir gefasst! ;-)

    Das Lied zum Entschluss (Liedtext):

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    Ein makelloser Krieger werden


    Gestern habe ich auf der Agentenwebsite eine kleine feine Änderung vorgenommen: Ich habe in dem Satz “Am 6. August 2014 hat Agent Timo Ollech sich entschieden, ein makelloser Krieger zu sein.” das Wort “sein” durchgestrichen & “werden” dahintergeschrieben. Mir ist nämlich klar geworden, dass man sich zwar zu vielem mit einem Fingerschnippen entscheiden kann. Ein makelloser Krieger zu sein gehört nicht zu diesen Dingen. Dafür braucht es jahrelange gründliche Arbeit in Demut. Zu diesem Sinneswandel hat wesentlich der Kurs Kunst des Pirschens beigetragen. Am letzten Wochende wurde mir dabei bewusst, wie viel ich noch in meinem Leben aufzuräumen habe. Der Kurs war dafür nur ein Anfang, der die grundlegenden Techniken lieferte, die ich fortan täglich anwenden werde. Und mir kam dazu der Satz in den Sinn


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