Schlagwort: Herz
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Warum unser Gehirn darauf programmiert ist, die Klimakrise zu ignorieren
Den Titel habe ich von der ausführlichen Rezension des Buches “Don’t even think about it” von George Marshall übernommen. Es bestätigt, was mir auch schon während der Rebellionswelle im Oktober aufgefallen war: Die (Welt-) Untergangsrhetorik großer Teile der Klimaschutzbewegung, insbesondere Extinction Rebellion, greift nicht.
Zu Beginn des Buches absolviert Marshall einen Parforceritt durch Psychologie, Risiko- und Verhaltensforschung. Konzise und gut lesbar fasst er die einschlägigen Erkenntnisse der Wissenschaft zusammen: Beispielsweise hat der Mensch im Laufe der Evolution gelernt, wirksam auf Bedrohungen zu reagieren – allerdings vor allem auf solche, die plötzlich auftreten und jetzt, die von einer Person ausgehen und aus unmoralischen Handlungen resultieren. Doch der Klimawandel passt nicht in dieses Schema, er sendet sozusagen keine Alarmsignale, zitiert Marshall etwa den Glücksforscher Daniel Gilbert: “Würde der Klimawandel durch das Abschlachten niedlicher Hundewelpen verursacht, würden Millionen von Amerikanern auf die Straße gehen.” Oder wäre ein düsterer Diktator für die Erderwärmung verantwortlich, hätte der UN-Sicherheitsrat längst drastische Maßnahmen beschlossen.
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Klimagerechtigkeit braucht die Agrarwende
Letztes Wochenende war ich beim Permakultur-Wintertreffen unter dem Motto “Mit Gehölzen dem Klimawandel begegnen”.
Was führt mich da hin, wo ich doch bisher die Permakultur nur aus der Ferne beobachtet habe (in erster Linie durch die Rubrik in der Oya)?Auslöser war mein Engagement bei Extinction Rebellion (XR). Ich habe mir nämlich schon im Herbst gedacht, Mensch, XR macht doch immer halbjährlich Rebellionswellen & in der Zwischenzeit ist ganz viel Zeit zum Regenerieren, Lernen & Reflektieren. Warum dann also nicht auch gleich noch die Erde mit regenerieren und Permakultur lernen?
Daraus erwuchs die Idee, so etwas wie einen Stipendienfonds für Permakultur-Ausbildungen ins Leben zu rufen. Dabei hatte ich im Vorfeld des Wintertreffens schon erfragt, dass das Permakultur-Institut in kleinem Rahmen schon einen Stipendienfonds hat. Außerdem gibt es eine solidarische Preisgestaltung.
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Solidarität mit allen Wesen
Diese Rebellion stellt mich immer wieder neu auf die Probe, kein schlechtes Gewissen zu bekommen, weil ich nicht mitblockiere. Eine Stimme in mir sagt “Deine Leute von XR brauchen dich!” Eine andere gleichberechtigte Stimme sagt “Deine Gemeinschaft braucht dich!” Beide haben recht. Und es gibt noch viel mehr Stimmen, weshalb ich die letzten Wochen übe, solidarisch mit allen Wesen zu leben. Das schließt natürlich mich selber auch mit ein. <3
Denn was uns in diese Misere gebracht hat, ist ja gerade der Verlust an Solidarität, der Konkurrenzkampf jedeR gegen jedeN, und, wie Charles Eisenstein es auf den Punkt bringt, der Krieg gegen die Natur.
Es gibt keinen Feind, und es wird Zeit dass du das lernst.
Alles gehört dazu. Deshalb lautet das Motto Aufhören, Gegner zu sein.
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More Love
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Die schönste Definition von Heilung, die ich kenne
Dieses Wochenende wollte ich eigentlich den Workshop Kunst des Pirschens noch mal zum Auffrischen mitmachen. Der fällt nun allerdings mangels Beteiligung aus.
Um mich selber damit trotzdem wieder näher zu befassen, habe ich noch mal in Wolf Michaels Artikel zum Pirschen gelesen, in dem ich schon viele Male geschmökert hatte. Diesmal habe ich mir nun diese Sätze über Heilung rot unterstrichen:
Die Absicht ist, die Tunnel der Vereinbarungen zu reinigen, Wunden anzunehmen und zu heilen. Bis zu dem Punkt, an dem es keine Emotionen mehr gibt und die Kraft zurückkehrt. Du wirst erkennen, das die Situation einfach passiert ist. Heilung bedeutet, dass deine Selbstachtung viel höher ist als alles verletzende Geschehen.
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Haben wir uns zu viel vorgenommen?
Bei dieser Überschrift stellt sich zunächst die Frage, wer ist eigentlich “wir”? Nun, ich beobachte, dass diese Frage auf vielen Ebenen sinnvoll gestellt werden kann.
Fangen wir bei mir an: Als ich in die Antinous Gemeinschaft kam, hatte ich vor, bald selber in die Workshops einzusteigen; anfangs als Assistent, später wollte ich dann auch eigene Workshops (mit)gestalten. Und darüber hinaus wollte ich sogar einen Floating-Tank betreiben & auch das in Workshops einbinden.
Relativ schnell stellte sich heraus, dass sich weder das eine noch das andere so schnell in die Tat umsetzen liess. Und an diesem Punkt habe ich jeweils die weise Entscheidung getroffen, “na dann eben (noch) nicht”, & bin dem Fluss des Lebens gefolgt. Wohin mich das bis jetzt geführt hat, beschreibt u.a. der Beitrag Ich werde konservativ. Als mir klar wurde, dass ich mir zu viel (oder jedenfalls zu viel vom Falschen) vorgenommen hatte, habe ich in dem Bereich schnell die Kurve gekriegt.
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Sesshaftwerdung als erster Clusterfuck der Menschheitsgeschichte
Kaum hatte ich den Begriff entdeckt, habe ich mir auch schon das Clusterfuck-Buch bestellt. Sehr erhellend! Ich habe bisher nur wenig darin gelesen & erst mal beim zweiten Kapitel “Die Geister, die ich rief” angehalten. Denn darin fällt der Satz
Die Sesshaftwerdung kann für sich reklamieren, der erste veritable Clusterfuck der Menschheitsgeschichte gewesen zu sein.
Diesen Beitrag schreibe ich auch zum Verkaufsstart der deutschen Übersetzung von James C. Scotts Buch “Against The Grain”, das ich hier im Blog schon mal angekündigt hatte. Das habe ich übrigens immer noch nicht angefangen zu lesen, obwohl sich die Gründe dafür mehren.
Ein weiterer Grund ist nämlich Sergius Golowin, dessen Buch Das Reich des Schamanen: Der Eurasische Weg der Weisheit ich gerade lese. Darin beschreibt er, wie die Fahrenden Völker des Ostens die europäische Kultur immer wieder neu befruchtet haben. Eine zentrale Rolle spielen dabei die Mongolen, die Hunnen und die Tataren (im Altertum sprach man auch von den Skythen).
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Unsere Heimat nicht den Rechten und dem Kapital überlassen
Die aktuelle Oya besteht ja hauptsächlich aus Interviews mit Leuten, die mit Oya bisher wenig bis nichts zu tun hatten. Das Gespräch von Leonie Sontheimer mit Thembi Wolf hat mich nun so aufgewühlt, dass ich mich dazu hier im Blog äussere.
Ich war entsetzt, als ich diese Äusserung von Thembi Wolf las:
Ja, du kannst den Begriff nicht nur gruselig, sondern auch positiv nutzen. Aber wenn ich eine Oya sehen würde, auf deren Titel »Heimat« stünde, würde ich trotzdem Gänsehaut bekommen, selbst wenn es ganz anders gemeint wäre. Ich wäre dann sicher, dass die Ausgabe nicht für mich geschrieben wurde. Ich hätte dann das Gefühl, dass da jemand nicht nachgedacht hat, was der Begriff für mich bedeutet. Für mich ist er definitiv mit AfD, mit Rechten konnotiert. Am liebsten wäre mir, das Wort würde verschwinden.
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Kognitive Dissonanz
Das hier war letzten Sommer in Ramallah. In der Westbank.
Das erste DJ-Set, das mich zu Tränen gerührt hat.
Auch hier seht ihr palästinensische Terroristen bei der Arbeit:
Hier auch:
Die Doku dazu:
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More Love
Seit kurzem bin ich wieder voll auf East Coast Hip Hop & hab bei Bandcamp voll bei KRS-One zugeschlagen. Dieser Titel hier läuft echt jenseits aller Kategorien:
Nachtrag: KRS-One hatte ich schon mal hier im Blog – Hip Hop ist Worldwork. Und wenn du dieses Lied auch so liebst, dann give some love $ to the Teacha!