Schlagwort: Demokratie

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    Die Plattform gewinnt immer


    Der Titel rührt von einem kurzen Post bei Mastodon, wo ich den bekannten Ausspruch “Die Bank gewinnt immer!” dem Kapitalismus zugeordnet hatte, den Spruch “Die Plattform gewinnt immer!” wiederum dem Technofeudalismus.

    Nun habe ich im Buch Technofeudalism von Yanis Varoufakis weitergelesen und bin bei zwei Zahlen hängengeblieben: Große Industriekonzerne geben ungefähr 80% ihres Umsätzes für Löhne und Gehälter aus. Bei Big Tech sind das gerade mal 1% (!!!) vom Umsatz.

    Wie geht das? Nun, ganz einfach, wie Varoufakis sagt: die Hauptarbeit für die Tech-Konzerne machen wir Anwenderinnen selber, und zwar gratis für die Plattformen. Daher auch die Überschrift.

    Um diese Behauptung zu untermauern, habe ich mir mal einige Nutzungsbedingungen diverser Plattformen vorgenommen. Die liest ja fast niemand, obwohl man sie beim “Registrieren” auf einer solchen Plattform akzeptieren muss. Hinter diesem harmlosen Wort verbirgt sich also jeweils ein Vertrag, den wir mit der Plattform abschließen – und der uns laut Varoufakis zu “Cloud-Sklaven” macht.


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    Celines Gesetze von Chaos, Zwietracht und Verwirrung


    Nach seinem Text über Neuro-Ökonomie hat mir Hagbard Celine nun einen erheblich längeren Text aus dem Jahr 1980 zugespielt, um deutlich zu machen, dass das was in den letzten Jahren in der menschlichen Welt so los ist, nichts Neues ist. Es steigert sich nur ein langjähriger Trend, dessen Wurzel die Geheimdienste bilden. Die Konsensrealität ist offenbar schon seit langem ein zartes, zerbrechliches Gebilde. Wir befinden uns in der Kapelle der Gefahren

    Falls du den langen Text lieber ausgedruckt lesen willst, stelle ich ihn auch als PDF zur Verfügung.

    Celines Gesetze

    von Hagbard Celine

    Wie jeder denkende Mensch bemerkt hat, ist unser Leben auf nationaler Ebene zunehmend unheimlicher und surrealer geworden. Die Warteschlangen in den Banken und Postgebäuden werden immer länger, obwohl man uns stets erzählt, dass die Bevölkerungszahl der USA nicht mehr zunehmen würde. Die Verkehrsampeln beschwören bald mehr Chaos herauf, als dass sie für Ordnung sorgen, und am Wochenende findest du im Notfall keinen Klempner mehr. Niemand hat bis heute die Viehverstümmelungen1 erklären können. Jede kurze Bestandsaufnahme zeigt, dass der stete Anstieg der Konsumentenpreise, die erschreckende Beliebtheit der Gong Show unheilverkündend sind.


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    Weltregierung oder Global Governance?


    Weltregierung?

    Schon vor 2 1/2 Jahren hatte ich hier vielleicht so manche damit überrascht, dass ich eine Weltregierung als möglicherweise gar nicht schlecht dargestellt habe. Das war im Beitrag Wann schränken wir endlich die Souveränität von Staaten und Konzernen ein?. Es bleibt natürlich dabei, dass ich als (innerer) Anarchist Regierungen aller Art grundsätzlich ablehne. Dennoch habe ich als Anarchist 70 Jahre Grundgesetz gefeiert und kann Winston Churchills bekanntem Zitat einiges abgewinnen:

    “Demokratie ist die schlechteste aller Regierungsformen – abgesehen von all den anderen Formen, die von Zeit zu Zeit ausprobiert worden sind.”

    Zur Erinnerung, damals schrieb ich:

    Die Herausforderungen der Menschheit sind heute global, deshalb brauchen wir globale Institutionen, die damit umgehen können. Was wir nicht mehr brauchen, ist ein einzelner Nationalstaat, der sich selbst zum Weltpolizisten aufspielt. Wir brauchen echte Weltpolizisten, die das Mandat der Weltgemeinschaft haben. Wir brauchen auf der gesamten Erde verbindlich geltende Regeln, wie wir miteinander und mit der Erde wirtschaften. Ja, vielleicht brauchen wir tatsächlich eine Weltregierung, die befugt ist, überall auf der Erde für alle Menschen geltende Regeln durchzusetzen.


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    Besorgter Bürger 2022


    Nun geht das Jahr 2022 langsam schon wieder zu Ende und ich hatte noch gar keinen “Besorger Bürger”-Beitrag hier im Blog. Irgendwie war ich es leid; der Trend zur Vermögenskonzentration geht unvermindert weiter, wenn er sich nicht sogar beschleunigt. Es gab schlicht nichts wirklich Neues zu berichten.

    Wie üblich verweise ich daher auf die bisherigen Beiträge dieser Reihe:

    1. Besorgte Bürger (2015)
    2. Im Jahr 2017 bin ich erst recht besorgter Bürger
    3. Besorgter Bürger die Dritte
    4. Besorgter Bürger 2019
    5. Besorgter Bürger 2020
    6. Besorgter Bürger 2021
    7. Besorgter Bürger 2022

    Darüber hinaus widme ich mich heute dem Problem auf einer grundsätzlicheren Ebene. Den Auslöser dazu gab das Paper Entrepreneurs, Chance, and the Deterministic Concentration of Wealth aus dem Jahr 2011.

    Darin zeigen sie, dass Vermögenskonzentration eine inhärente Eigenschaft einer Marktwirtschaft ist. Sie modellieren nämlich eine Population von Unternehmerinnen, deren wirtschaftlicher Erfolg ganz allein auf Glück basiert. Das Modell würfelt also quasi aus, wer aus dem jeweiligen Kapitaleinsatz wieviel herausholt. Dabei zeigt sich, dass selbst bei anfangs völlig gleich verteiltem Vermögen allein durch den Faktor Glück bzw. Zufall die Ungleichheit mit der Zeit immer mehr zunimmt und schließlich absolut wird, d.h. alles Vermögen landet am Ende zuverlässig in den Händen einer einzigen Akteurin.


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    #Chatkontrolle, ein EU-Euphemismus für Totalüberwachung


    Die EU-Kommission plant ein Gesetz, das die Verschlüsselung digitaler Kommunikation aufweichen soll, unter dem Vorwand der “Bekämpfung von Kinderpornografie”. Ich habe ernsthafte Zweifel, ob denen wirklich daran gelegen ist, Kinderpornografie einzudämmen – zumal just heute bekannt geworden ist, dass BKA-Ermittlerinnen kinderpornografisches Material gar nicht löschen lassen dürfen, wenn sie solches im Netz finden.

    Aber worum geht es eigentlich genau? Heise klärt auf:

    Die Kommission wird den Entwurf voraussichtlich Ende März präsentieren. Dem Vernehmen nach will sie im Kampf gegen Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs alle Anbieter von E-Mail-, Chat- oder sonstiger Kommunikationsdienste verpflichten, vollautomatisiert und flächendeckend nach verdächtigen Nachrichten zu suchen und diese an die Polizei weiterzuleiten.

    Die Auflagen dürften insbesondere auf WhatsApp, Signal, Threema & Co. mit durchgehender Verschlüsselung zielen. Eine umfassende Inhaltekontrolle ist bei diesen derzeit nicht möglich. Sie müssten daher möglicherweise ihre kryptografischen Verfahren aufweichen oder andere umstrittene Lösungen wie einen Hashabgleich oder Scans direkt auf den Endgeräten (“Client-side Scanning”) einführen.


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    Internationale Organisationen, die ihr kennen solltet


    U.a. angeregt durch das Buch Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts von Werner Rügemer, das ich gerade durchgelesen habe, liste ich in diesem Beitrag eine Reihe von internationalen Organisationen auf, die ihr kennen solltet. Sie werden nämlich voraussichtlich das 21. Jahrhundert prägen.

    Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit

    Da hätten wir zunächst die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO), die maßgeblich die Neue Seidenstraße (Belt and Road Initiative) vorantreibt. Die kannte ich schon länger. Wikipedia schreibt darüber

    Derzeit vertritt die SOZ circa 40 % der Weltbevölkerung und stellt damit die weltweit größte Regionalorganisation dar.

    Auf der Karte sieht das so aus (Stand 2017):

    Stand SCO 2017

    Von AlexWelens - Eigenes Werk, based on, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59832394

    Pepe Escobar hat im September 2021 über die SCO geschrieben: Eurasia takes shape: How the SCO just flipped the world order.
    Das indische Außenministerium hat die darin erwähnte Dushanbe Declaration on the Twentieth Anniversary of the Shanghai Cooperation Organisation veröffentlicht.
    Im September 2021 ist auch der Iran ein Mitglied der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit geworden, womit ein Alptraum Zbigniew Brzezinskis wahr geworden ist:


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    Dunkelmächte revisited


    Das Buch Conspiranoia von Daniel Pinchbeck (der hier im Blog schon durch sein Buch How Soon Is Now? vorkam) hat mich veranlasst, das Thema der Dunkelmächte noch mal neu aufzurollen.

    Meine Motive, den ursprünglichen Beitrag über Dunkelmächte zu schreiben

    Was veranlasste mich, am 16. April 2020 den ersten Beitrag über Dunkelmächte hier im Blog zu verfassen? Hintergrund sind zwei verschiedene Gefahren, die ich dabei sehe, sich (zu sehr) mit okkulten Dunkelmächten zu beschäftigen:

    1. Wenn ich von der Existenz okkulter dunkler Mächte ausgehe, die das Weltgeschehen lenken, kann das zu einem Fatalismus führen (“ich kann ja eh nichts machen, die Dunkelmächte kontrollieren alles”). Das hatte ich damals in dem Nachtrag vom 18. April auch erläutert und darauf hingewiesen, dass mir das Herauskommen aus der Opferrolle ein zentrales Anliegen ist.
    2. Die angenommenen Dunkelmächte bedienen sich ja konkreter Menschen, & dabei besteht nun wieder die Gefahr, diese Menschen zu dämonisieren & damit zu entmenschlichen. Wenn jemand z.B. “des Teufels ist”, bin ich quasi von Gott autorisiert, diesen Menschen mit allen Mitteln auszuschalten. Auch diese Gefahr sollten wir unbedingt im Hinterkopf behalten.

    Diese Motive bestehen für mich weiterhin, weshalb ich sie hier auch an den Anfang des Beitrags stelle.


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    (K)Eine Wahlempfehlung


    Eine Woche vor der Bundestagswahl gebe ich in meinem Blog explizit keine Wahlempfehlung. Das würde der Idee einer freien & geheimen Wahl nämlich ohnehin widersprechen.

    Natürlich kann ich meinen persönlichen Standpunkt darstellen; der ist allerdings auch komplex.

    Zunächst mal werdet ihr vermutlich mitbekommen haben, dass ich im Mai diesen Jahres Mitglied der Basisdemokratischen Partei Deutschlands geworden bin. Die Gründe dafür sind bis heute die gleichen geblieben.

    Schon damals bezeichnete ich das allerdings als paradoxe Intervention, denn ich bin ja in erster Linie Anarchist. Als solcher lehne ich den Staat grundsätzlich ab, auch wenn er sich demokratisch gibt, weshalb ich im Jahr 2014 den Beitrag Stell dir vor, es ist Wahl, und niemand geht hin schrieb. An dieser Stelle kann ich deshalb noch mal Ton Steine Scherben mit ihrem Klassiker Keine Macht für Niemand zitieren:


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    Schwurbeln für Fortgeschrittene


    Wer die Corona-Maßnahmen kritisiert, gilt heutzutage ja als “Verschwörungstheoretiker”, “Corona-Leugner” und “Schwurbler”. Dabei gilt: Schwurbeln will gelernt sein. In dem inzwischen mehr als einem Jahr Corona habe ich einiges gelernt. Vor allem habe ich gelernt, dass ich noch viel weniger weiß als ich dachte. Mit Antworten auf die Frage warum läuft es so, wie es läuft, halte ich mich inzwischen zurück. Denn ich kann nicht wirklich einschätzen, in welchem Verhältnis die 3 möglichen Erklärungsansätze stehen:

    • tatsächlicher böser Wille
    • Inkompetenz
    • Beharrungsvermögen / schlechte Fehlerkultur (einmal getroffene Entscheidungen werden beibehalten, um keinen Fehler zugeben zu müssen und dadurch “sein Gesicht zu verlieren”)

    Der tatsächliche böse Wille könnte theoretisch bei 0 liegen; dass Inkompetenz und schlechte Fehlerkultur vorliegen, lässt sich wohl kaum bestreiten. Wie das tatsächliche Verhältnis der 3 Faktoren aussieht, weiß ich schlicht & ergreifend nicht; vielleicht werden wir das nie wissen.


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    China ist... anders


    Zu Beginn dieses Beitrags bekenne ich, dass ich von China bisher kaum eine Ahnung hatte und zu großen Teilen westlicher Propaganda aufgesessen war (dies gilt insbesondere für meine bisherige Einschätzung des chinesischen Social Credit Systems). Auch jetzt fange ich gerade erst an, mich vorsichtig in die chinesische Kultur einzuschwingen, so weit mir das hier aus der Ferne überhaupt möglich ist. Deshalb danke ich all den Menschen, die viel tiefer eingetaucht sind und ihre Erlebnisse und ihr Wissen weitergeben in Sprachen, die ich verstehe.

    Je mehr ich mich nun damit beschäftige, um so deutlich wird mir, dass die chinesische Kultur schon vor Jahrtausenden an einigen Weggabelungen anders abgebogen ist als die indoeuropäische Kultur. Deshalb die Überschrift.

    Und weil wir hier von einer jahrtausendealten, sehr weit entwickelten Kultur reden, kann ich in diesem Beitrag nur anreißen, was es da zu entdecken gibt. Es ist für mich der Beginn einer sicherlich noch langen und weiten, auf jeden Fall faszinierenden Reise.


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